Geschrieben von: Dipl. Psychologe Peter Bergholz
Die Rossini-Methode - Auch das Hirn wächst mit seinen Aufgaben!
„Schäfer für die Lüneburger Heide gesucht!“ Diese Anzeige erschien vor einigen Jahren in einem norddeutschen Regionalblatt. Aus dem gut geheizten Büro in die nass-kalte Lüneburger Heide, das muss man wollen! Die Resonanz übertraf alle Erwartungen: Es meldeten sich 4600 Bewerber! Der allgemeine Tenor der Bewerbungen lautete: Wir wollen heraus aus dem ganzen Stress, dem Druck und dem Ärger!
Die Journalistin Vera Sandberg blickt nach einer Krebserkrankung auf ihr Leben zurück. „Ich war durch das Leben gerast, hatte viel versucht, einiges geschafft. Aber Glück war das nicht. Ich ahnte ungefähr, was falsch war. Viel zu viel Anstrengung. Viel zu viele Wünsche, viel zu wenig Gelassenheit, zu wenig Vertrauen in die Welt.“ Zwei Blitzlichter nur, aber sie stehen für das, was immer mehr Menschen bewegt. Wir vergeuden einfach zu viel Lebensfreude mit Sorgen, Schuldgefühlen und überhöhten Ansprüchen. Das muss nicht so bleiben. Die Hirnforschung hat in den letzten Jahren neues und überraschendes Wissen zusammengetragen. Wir wissen heute viel genauer, wie Körper, Geist und Seele zusammenspielen. Daraus entwickeln sich neue Methoden, die ganz anders vorgehen können als die herkömmlichen Ansätze. Es bewegt sich viel, und mit der Rossini-Methode sind Sie dabei.
Wollen Sie wieder besser schlafen oder gelassener reagieren? Oder wollen Sie abnehmen, aktiver werden, neue Kontakte finden? Mit Hilfe der Rossini-Methode wird es Ihnen gelingen. Das ist keine Utopie, sondern angewandte Hirnforschung. Die Neuroplastizität, also die ständige Entwicklungsfähigkeit unseres Gehirns, ist die große Entdeckung der Gegenwart: Das Gehirn baut nicht ab, wie man bislang annahm, im Gegenteil: Es hört nie auf zu lernen!
Der Neurobiologe Prof. Gerald Hüther formuliert es so: „Unser Gehirn ist - wenn wir es denn so wollen - eine lebenslange Baustelle. Wir können jederzeit anbauen, ausbauen, abreißen und umgestalten.“Das Anliegen der Rossini-Methode ist es, diese geniale Fähigkeit unseres Nervensystems gezielt und bewusst zu nutzen. Lassen wir doch künftig die so schwer zu beeinflussende Psyche in Ruhe und richten stattdessen unsere Aufmerksamkeit auf das hilfsbereite Hirn. Und dabei vor allem auf einen speziellen Zustand, den Inneren Einklang, auch Flow oder – in der Medizin – Innere Kohärenz genannt. Dies sind Begriffe für einen äußerst effizienten, messbaren physiologischen Status, in dem sich das Nervensystem, das Herz- Kreislaufsystem, das Hormon- und Immunsystem, die Gedanken und die Emotionen miteinander verbinden und zur Einheit werden. Wir denken wie wir fühlen – und wir fühlen wie wir denken! Dieser wunderbare Zustand wird vom Gehirn „gemacht“, durch ein spezielles Zusammenspiel des Emotionalen Gehirns (limbisches System) mit dem Verstandeshirn (Cortex). Einklangsmomente sind Glücksmomente. Sie können tiefste physische und geistige Ruhe oder auch maximale Leistung bedeuten. Alles wird möglich, wenn die inneren Kräfte sich nicht gegenseitig ausbremsen, sondern gleiche Ziele verfolgen und sich wechselseitig verstärken. Dann fühlen wir uns wohl in unserer Haut, weil die Lebensenergie wieder strömt und sich Stressgedanken und andere innere Belastungen sofort auflösen. Das Ziel der Rossini-Methode ist die gezielte Herbeiführung des Inneren Einklangs.
„Musik und Rhythmus finden ihren Weg zu den geheimsten Plätzen der Seele.“
(Platon)
Dieses 2400 Jahre alte Zitat wählte die ZEIT im August 2010 als Aufmacher eines großen Berichts. Wenn Rhythmus (Bewegung) und Musik stimmig zusammenkommen, dann lachen Bauch, Herz und Verstand. Genau so funktioniert die Rossini-MethodeDie Winning Moves sind dabei das Herzstück der Rossini-Methode. Es sind einfache positive Bewegungen, die zusammen mit eingängiger Musik eingeübt werden. Sie wirken direkt auf das Emotionale Gehirn und versorgen es mit den Impulsen, die das Hirn zum Umschalten in den Inneren Einklang benötigt.
Es geht in drei Richtungen:
- Entschlossenheits-Bewegungen führen in den aktiven Inneren Einklang. Wir können NEIN! sagen, uns behaupten, durchhalten und motivieren: „Ich mache es! Ich schaffe es! Es wird gelingen!“
- Entspannungs-Bewegungen führen in den stillen Einklang. Hier können wir abschalten, loslassen, verarbeiten, genießen und zur Besinnung kommen. „Ich bin genau da, wo ich im Leben sein möchte!“
- Resonanzbewegungen führen in den gemeinsamen Einklang. Er ist die Überwindung von Kontrolle, Selbstkontrolle und Vorsätzlichkeit in der Begegnung. Wir schaffen ein Milieu, in dem wir uns wertschätzen und verstehen.
Die erste Trainingsphase ist sehr bewegt, Musik ist immer dabei. Dann aber verfeinern und verinnerlichen sich die Bewegungen zunehmend - bis sie von außen nicht mehr wahrnehmbar sind. Es wird immer leichter und selbstverständlicher. Denn das Gehirn wächst mit seinen Aufgaben.








