Geschrieben von: Ulrich Arndt
Der „Magnet der Weisen“ – Antimon als Heilmittel
Es ist nach heutiger Schulmeinung unmöglich: aus giftigem Antimonerz wird per Alchemie ein Heilmittel. An der Uni München wurde die alchemistische Laborarbeit nachvollzogen – mit überraschendem Ergebnis.
„Antimon enthält von allen Mineralien das höchste und stärkste Arcanum (Heilmittel) in sich..., wenn überhaupt nichts Gesundes im Körper ist, verwandelt es den unreinen Körper in einen reinen, was bei Lepra bewiesen ist.“ So preist Paracelsus die außergewöhnliche Heilkraft des Antimons (Sämtliche Werke, Bd. III, S. 151, Aschner-Ausgabe). Er bezeichnete seine Antimon-Essenzen als universelles Mittel zur Reinigung des Körpers von „Giften“: „Wie Antimonium das Gold vollendet (im Sinne von reinigen), in derselben Weise und Form vollendet es auch den Körper. In ihm ist nämlich die Essentia, die nichts Unreines mit Reinem zusammen lässt.“ Damit bezieht sich Paracelsus auf eine höchst verblüffende Eigenschaft des Antimon: Fügt man es einer Mischung geschmolzener Metalle hinzu, verbindet es sich mit dem enthaltenen Gold und trennt es von den „unreinen“ Metallen. Weil Antimon dabei das Edelmetall scheinbar „frisst“ und „herauszieht“, wurde es früher auch „Wolf der Metalle“ oder „Magnet der Weisen“ genannt.
Diese scheinbar magische Kraft des Antimon wirkt in ähnlicher Weise auch im Menschen. Nach der alchemistischen Aufbereitung trennt es auch im Organismus das „Reine“ vom „Unreinen“ und leitet das „Kranke“ (im Sinne von eingelagerten „Giften“, Stoffwechselschlacken und Krankheitserregern) aus. In der heutigen Medizin wird Antimon aufgrund seiner Giftigkeit meist nur in sehr geringen Mengen als Brechmittel eingesetzt. Ein findiger Student an der medizinischen Fakultät der Universität München kam aber auf die Idee, die alchemistische Heilmittelaufbereitung des Antimons im Rahmen seiner Doktorarbeit näher zu untersuchen.
Dabei machte er eine höchst verblüffende Entdeckung: das giftige Antimon verwandelt sich im Laufe der zahlreichen Bearbeitungsschritte, es transmutiert: „Das Verschwinden von Antimon nach der Extraktion ist nicht geklärt“, resümiert Dr. David Schein nüchtern und vermeidet damit die Bekenntnis, dass sich das chemische Element umgewandelt haben muss – was aber nach gängiger Lehrmeinung nicht sein kann.
Während das aufbereitete, feste Antimon vor dem alkoholischen Auszug 31 Prozent reines Antimon enthält, sind es danach nur noch 11 Prozent. Der flüssige Auszug selbst aber enthält keinerlei reines Antimon. Über 60 Prozent Antimon sind damit einfach verschwunden – das chemische Element muss transmutiert worden sein. Mehr noch: aus giftigem, arsenähnlichen Antimonerz wird sogar ein bedeutendes Heilmittel.
Den Alchemisten wie Paracelsus war diese Umwandlung durchaus schon bewusst: „Vornehmlich aber, so ist Antimonium ein lauter Gift, und nicht ein geringes, kleines und niedriges Gift, sondern ein sehr hohes vornehmes Gift, durch und durch, und zwar das allergrößte Gift, damit man Menschen und Vieh zu Tode hinrichten kann“, warnt zum Beispiel auch Basilius Valentinus in seiner Schrift „Triumph-Wagen des Antimon“ und fährt fort: „Nach der Bereitung des Spießglases wird durchaus kein Gift mehr gefunden, denn es muss das Antimonium ganz und gar umgewandt, durch die spagyrische Kunst (die alchemistische Laboraufbereitung), und aus dem Gift eine Artzney werden.“
Den Grund für die Verwandlung vermutet Dr. Schein darin, dass sich durch die Erhitzung und Aufschmelzung des Antimons zu einem Glas während der alchemistischen Bereitung dessen physikalische Struktur grundlegend verändert und es andere Eigenschaften erhält. Zugleich konnte der Mediziner die Ungiftigkeit der entstandenen Präparate bestätigen, denn „die Tinkturen aus Antimon sind chemisch gesehen weder eine Antimon-Verbindung, noch enthalten sie gelöstes Antimon“. Stattdessen handele es sich um komplexe organische Verbindungen.
Schein hat damit eindrucksvoll die alte alchemistische Laborkunst von Paracelsus und Basilius Valentinus bestätigt – wohlgemerkt bei richtiger Bearbeitung. Schon im 16. und 17. Jahrhundert war das Wissen um die richtige, sehr zeitaufwendige Aufbereitung des Antimon in Vergessenheit geraten und Quacksalber verkauften einfache giftige Antimonwässer.
Mitte des 17. Jahrhunderts führtediese missbräuchliche Verwendung dazu, dass Absolventen an vielen medizinischen Universitäten schwören mussten, niemals Antimon- und Quecksilber-Präparate zu verwenden. 1666 wurde dieses Verbot zwar wieder aufgehoben und man empfahl nur noch, die Dosis so gering wie möglich zu halten. Von der Bereitung völlig ungiftiger Antimon-Medikamenten aber wussten nur noch sehr wenige.
Tatsächlich hat die Heilanwendung von Antimon aber eine Jahrtausende alte Tradition. Bereits im „Papyrus Ebers“ aus dem 16. Jahrhundert v. Chr. ist vermerkt, dass Antimon-Verbindungen erfolgreich bei Augenkrankheiten eingesetzt werden können. Im 1. Jahrhundert n. Chr. setzten es römische Ärzte zudem gegen „wildes Fleisch“ und Geschwüre ein, und im Mittelalter wurde es zusätzlich bei Hämorrhoiden, Wunden, Fisteln, Hautkrebs, Lepra und anderen Leiden empfohlen. Paracelsus betonte jedoch immer wieder, dass Antimon dafür zuvor auf alchemistischem Wege „von seiner Giftigkeit befreit“ werden musste. Nach den heutigen therapeutischen Erfahrungen mit der jetzt wieder erhältlichen, gewöhnlichen alchemistischen Antimon-Essenz nach Paracelsus lindert diese Gelenk- und Gliederschmerzen und andere Schmerzen, die im Zusammenhang mit Ablagerungen stehen. Zudem wirkt es bei chronischen Krankheiten, die durch Umweltgifte, Bakterien und Viren hervorgerufen werden.
Für Rudolf Steiner, den Begründer der Anthroposophie, liegt die erstaunlich vielseitige Heilkraft des Antimons in einer grundlegenden Besonderheit dieses Elements und seiner engen „Verwandtschaft“ mit dem Menschen begründet: Vergleichbar dem Menschen, der zwischen Tier und Engeln steht, sei das Antimon weder Mineral noch Erz, weder Kristall noch Metall – beide seien „Zwischenwesen“. Daher meint Steiner: „Der Mensch ist eigentlich Antimon.“
Mehr Informationen bei:
allesgesunde-Versand
Otto-Raupp-Str. 5
79312 Emmendingen
Tel: 07641-935698
www.allesgesunde.de








