Geschrieben von: Harald Eichhorst
Ich habe alles – aber du fehlst mir so sehr
Der verlorene Zwilling im Mutterleib - das Drama zu Beginn der Schwangerschaft (Teil 1)
Wenn eine unstillbare Sehnsucht in Ihnen wirkt, die Sie rastlos im Leben nach immer Neuem suchen lässt – wenn Sie Trennungs-schmerzen erleiden, die der Situation nicht mehr wirklich angemessen sind – wenn Sie von Therapie zu Therapie eilen, Ihnen aber kaum etwas nützt -wenn Sie alles haben, Ihnen aber dennoch etwas fehlt – dann fehlt Ihnen vielleicht ein Zwilling, der in den ersten Schwangerschaftswochen mit Ihnen im Mutterleib war und nicht mehr mitgewachsen und gestorben ist.
In Familienaufstellungen kann man manchmal die Entdeckung machen, dass die Dynamik hinter beruflicher Erfolglosigkeit, Schuldgefühlen oder unsteten, wechselnden und konflikthaften Partnerschaften nicht immer eine schwierige Mutter- oder Vaterbindung, eine Abtreibung oder eine schicksalhafte Situation in der Ahnenkette ist, sondern eine ganz andere seelische Situation offenlegt.
Stellt man zum Aufsteller einen Stellvertreter für die Ursache dieser Gefühle hinzu, passiert es manchmal, dass es erscheint, als würden sich hier zwei wiederfinden, die sich unendlich lange vermisst haben. Sie bewegen sich manchmal spiegelbildlich zu einander, halten sich selig umfangen oder kommen nach einer Weile zusammen in eine tiefe innigliche Ruhe, in der die Welt stillsteht und alles andere nicht mehr zählt. Dieses Seelenbild zeigt keine partnerschaftliche Erotik, keine Elternbeziehung und es zeigt auch nicht die Ruhe von gestorbenen Ahnen – es sieht und fühlt sich tief geschwisterlich an – das Einswerden nach langer Trennung.
Doch wo kann dieser „andere", der offensichtlich in der Seele so präsent ist, bloß verloren gegangen sein?
Es ist durchaus nicht unproblematisch, in Familienaufstellungen von Phänomenen auf reale Situationen zu schließen. Die Wege der Seele sind unergründlich und tief. Aber blicken wir in die pränatale Phase, erhalten wir Hinweise durch Spezialisten, dass jede zehnte Schwangerschaft bereits ein alleingeborener Zwilling sein könnte – jedoch weiß niemand wirklich genau, wie häufig dieses Phänomen auftritt.
Eine starke körperlich und seelisch spürbare Verbindung von Zwillingen bereits in den ganz frühen Wochen der Schwangerschaft muss vermutet werden und wird durch Rückführungen oder Hypnose bestätigt. Beispielsweise sind bei Föten in der siebten Woche schon die eigentlichen Körperformen deutlich erkennbar. Die großen inneren Organe (der Verdauungstrakt, das Herz, die Lungen, die Leber, die Nieren und das Gehirn) und das Kreislaufsystem sind da und entwickeln sich weiter.
Das Herz schlägt schon regelmäßig. Die Nervenfasern ziehen ihr feines Netz über den gesamten Körper und ermöglichen es damit Gehirn und Rückenmark, ihre Signale zu sämtlichen Muskelzellen des Körpers zu senden.
Was könnte also in der Seele des einen passieren, wenn er spürt, dass der andere zurückbleibt, nicht mehr weiter wächst und stirbt?
Lesen Sie die Fortsetzung im nächstenHUMAN TOUCH Magazin...








