Geschrieben von: Götz Schultheiß
Körperarbeit, mehr als nur Arbeit am Körper
in der letzten Ausgabe habe ich Ihnen ganz allgemein über Chancen und Möglichkeiten der Körperarbeit berichtet. In den fortlaufenden Ausgaben werde ich Ihnen verschiedene Therapieformen konkret vorstellen.
Heute: die Dorn-Therapie.
Selten hat eine Therapieform in so kurzer Zeit einen Siegeszug durch Deutschland und bald auch Europa erlangt wie die Dorn-Breuß-Therapie - benannt nach ihren Begründern Dieter Dorn und Rudolf Breuß. Galt bis zu Ihrem Erscheinen meist nur die Chirotherapie als Möglichkeit zur Hilfe bei
Wirbelfehlstellungen, so wurde durch diese damals neue Methode dem Behandler ein Werkzeug zur Verfügung gestellt, das viel mehr als nur das Wiedereinrichten der Wirbelsäule vermag. Wie so häufig stammten beide Therapeuten aus nichtmedizinischen Berufen und gelangten durch eigenes Leiden (Dieter Dorn) auf den Weg der Therapie. Obwohl die Breuß-Massage und das Einrichten nach Dorn in der Praxis meist zusammen angewandt werden, ist es wichtig, sich jeder der beiden Therapieformen gesondert zu nähern.
Dorn Therapie: Dieter Dorn, Sägewerksbesitzer aus dem Allgäu, gelangte durch einen immer wieder auftretenden Hexenschuss an einen Bauern aus einem umliegenden Dorf und erfuhr von ihm durch ein paar Handgriffe an seiner Wirbelsäule umgehende und erstmals dauerhafte Linderung. Dies faszinierte Dieter Dorn so sehr, dass er diese Technik selbst erlernen wollte.
Der „Knochenrenker" starb jedoch bald darauf und Dieter Dorn musste aufgrund seiner wenigen Kontakte zu dem Mann und mit Hilfe der Erfahrung anderer Betroffener dessen Vorgehensweise rekapitulieren und in eine nachvollziehbare Therapieform bringen. Dies gelang ihm erstaunlich gut.Zentrum der Dorn-Therapie ist einerseits das Erspüren und sanfte Einrichten von Wirbelfehlstelllungen, andererseits aber auch die Diagnose und Behebung von Asymmetrien des ganzen Bewegungsapparats, ausgelöst durch Fehlstellungen der Gelenke und des Beckens. Als äußerst bemerkenswertes Phänomen gilt für mich nach wie vor das Beheben einer Beinlängendifferenz durch das Einrichten einer Hüftfehlstellung.
Zu Beginn prüft der Therapeut den genauen Sitz der statisch wichtigen Gelenke wie Hüfte, Knie und Sprunggelenk und richtet diese bei Bedarf wieder ein. Häufig verbessert sich dadurch schon ein großer Teil der Beschwerden. Im weiteren Verlauf werden dann das Darmbein-/Kreuzbeingelenk (Iliosakralgelenk) geprüft und bei Bedarf ebenfalls wieder in Position gebracht.
Nun folgt die eigentliche Arbeit an der Wirbelsäule. Von der Lendenwirbelsäule bis zur Halswirbelsäule werden sanft und vorsichtig alle Wirbel durch Tasten überprüft und dann über die Dorn- und Querfortsätze der Wirbelkörper eingerichtet. Dies geschieht durch Beteiligung des Patienten, der durch Bewegung von Armen und Beinen den Vorgang unterstützt. Hier spürt der Patient auch die unmittelbare Verbesserung seiner Beschwerden. Die Faszination dieser Technik beschränkt sich aber nicht auf das Beseitigen der Schmerzzustände der Wirbelsäule.
Auch organische Beschwerden können so unter Umständen gelindert werden. Dazu muss man wissen, dass zwischen den Wirbelkörpern die Nerven des vegetativen Nervensystems die Wirbelsäule verlassen und zu ihren Zielorganen gelangen um diese zu versorgen. Steht ein Wirbel also fehl und es kommt zu einer Behinderung der Nervenaustrittszone (was den Nerv komprimiert), so kann das betroffene Organ nicht ausreichend neurologisch versorgt werden.
Je nach Lage der Störung kann sich dies dann im jeweiligen Sektor auswirken. Bei Störungen im Bereich der Halswirbelsäule können beispielsweise Kopfschmerzen, Schwindel, Augenleiden, Schilddrüsenerkrankungen oder chronische Schulterbeschwerden auftreten. Störungen der Brustwirbelsäule führen möglicherweise zu Herzbeschwerden, Bronchialleiden, Gallenleiden und Magenbeschwerden Probleme in der Lendenwirbelsäule können Darmstörungen, Menstruationsbeschwerden oder chronische Ischialgie auslösen. Dies sind nur wenige Beispiele der mannigfaltigen Störungen, welche durch fehlgestellte Wirbel verursacht werden können.
Da es sinnvoll ist, die Dorn-Therapie mit der BreußMassage zu kombinieren, werde ich auf diese in der nächsten Ausgabe eingehen.








