Geschrieben von: Susanne Baier
Interview mit Herrn Lex van Someren
Lex van Someren ist in den Niederlanden geboren und lebt in Baden-Baden. Er ist ein visionärer Performance-Künstler, Musiker, Komponist, Sänger, Tänzer und mystischer Clown.
S: Herr van Someren, wie beschreiben Sie sich selbst?
L: Ich sehe mich als ganz normalen Menschen. Meinen Lebensweg habe ich schon früh gewählt, bereits mit 25 Jahren habe ich begonnen meinem Herzen zu folgen. Bei mir geht sehr viel über das Fühlen. In den letzten 30 Jahren habe ich sehr viel eigene innere Arbeit und innere Wandlungsprozesse gemacht.
Das hat dazu geführt, dass ich langsam wieder entdeckt und entfaltet habe, was bereits als Kind in mir war, die Liebe zu Musik, Theater, Zirkus, Clown, dieses Künstlerisch-Kreative. Durch schwere Schicksalsschläge war lange Zeit in meinem Leben dieses Kreative weg, bis ich wieder angefangen habe es zu erforschen. 10 Jahre habe ich vorwiegend als Clown gearbeitet, als Theaterclown sowie auch Clown-Seminare veranstaltet.
Das Singen ist dabei immer wichtiger geworden und durch verschiedene Sing-Trainings konnte ich das Potential, welches ich in meiner Stimme habe, entdecken. Die Verbindung der künstlerischen Arbeit mit der Spiritualität ist für mich in meiner Arbeit so wichtig geworden. Ziemlich spät, mit 38 Jahren, habe ich begonnen speziell mit meiner Stimme zu arbeiten. Ich habe viel gesungen und komponiert und gemerkt, dass es das ist, was ich gerne tun möchte -, Musik komponieren und produzieren. 1993 konnte ich dann meine erste CD aufnehmen und Konzerte geben. Als ich dann sah, wie stark die Menschen auf die Musik reagieren, war dies meine neue Berufung.Mein künstlerischer Weg war eigentlich nur ein menschliches Bedürfnis, um heraus zu finden, wer ich bin.
Durch die Meditation und spirituelle Begleitung habe ich meinen eigenen Weg gefunden und bin tief in mir gelandet. Spiritualität bedeutet für mich, ganz Mensch zu sein, und das kann man nur, wenn man sich öffnet für diese spirituelle Dimension. Ich betrachte mich schon als zutiefst spirituellen Menschen, zu fühlen und offen zu sein für Himmel und Erde und alles was dazwischen ist. Sich auch inspirieren zu lassen durch Mutter Erde und Vater Himmel und das, was an feineren Energien zu uns kommt, in diesem Sinne möchte ich mich aber schon abgrenzen von esoterischen Geschäften, ich möchte ganz verbunden sein mit den Menschen.
S: Gibt es besondere Menschen, die ein Vorbild für Sie sind oder Ihnen Impulse gegeben haben?
L: Ja, bereits als Kind mit 8 Jahren hatte ich ein Vorbild. Er war der größte Clown, den es in Holland je gegeben hat, Toons Hermanns. Er war der Erste,der One-Man Shows gemacht hat. Er hat Komik gemacht mit soviel Unschuld und so aus dem Herzen und der Liebe heraus. Er hat nie andere Menschen lächerlich gemacht, so wie das heute üblich ist in der Comedy. Alle holländischen Künstler in meinem Alter haben ihn als Vorbild, ebenso wie Hermann van Veen. Ich habe ihn nur einmal persönlich bei ihm zu Hause getroffen, einige Jahre bevor er gestorben ist.
Er war immer meine größte Inspiration für Theater, die Essenz als Clown, mit fast nichts, alles machen zu können, das war so eine große Quelle für mich. Man hatte bei ihm im Saal das Gefühl einer heiligen Energie, kraftvoller als in der Kirche, so ein Getragensein, trotzdem wurde bei ihm den ganzen Abend gelacht. Da wusste ich, was ich machen möchte, nämlich auf meine Weise seine Botschaft weiter vermitteln. Ein guter und faszinierender Mann war auch Al Aoang, ein TaiChi Lehrer aus Amerika, ein amerikanischer Chinese. Ich habe 20-25 Jahre mit ihm gearbeitet und er war ebenfalls ein sehr wichtiger Mensch auf meinem Weg. Er hat so inspiriert gearbeitet, mit soviel Leichtigkeit die er in das TaiChi gebracht hat. So vermittle ich auch in meinen Seminaren diese leichte, tänzerische Form des TaiChi.
Vielleicht die wichtigste Person zur Inspiration, war Osho. 1980 war ich 3 Monate in Indien, habe dort viel erfahren, gesungen und getanzt. Dort hat eigentlich alles angefangen in meinem erwachsenen Leben, da ist die Quelle aufgegangen. Osho war für mich ein großartiger spiritueller Lehrer, den ich immer ganz stark im Herzen fühle und trage.
S: Kommt daher bei Ihnen die Liebe für Meditationsmusik?
L: Es kommt schon viel aus dieser Zeit in Indien. Die Meditationsmusik von Deuter hat mich stark inspiriert. Ich habe damals gemerkt, dass da etwas in mir anklingt, tiefe, meditative und mystische Klänge und Melodien welche aus mir heraus entstehen.
Viel Wert lege ich darauf, mit meiner Musik alle Ebenen in unserem Körper anzusprechen, tief im Bassbereich bis ganz hoch fein schwingend. Es ist wichtig die Erdung zu haben, daher suche ich immer nach dieser Tiefe, dem tiefsten Dunkel. Wenn man dieses dann verbindet mit dem ganz Hellen, Lichtvollen und Engelhaften, dann bekommt es noch einmal eine enorme Kraft.
S: Haben Sie bemerkt, dass sich die Gesellschaft, die Menschen verändern?
L: In jedem Fall, und es sind immer mehr Veränderungen in dieser Zeit. Es laufen Prozesse, Krisen, wir werden jetzt dazu gezwungen hinzuschauen, hinzufühlen, zu bereinigen soweit es geht. Weil sich die Schwingung unserer Erde erhöht, kommt auch soviel Korruption und Machtmissbrauch ans Tageslicht.
Das ist wunderbar, weil es bedeutet, dass Heilung geschehen kann. Damit meine ich, dass alles in die Liebe und Wahrhaftigkeit kommen kann, was seit Jahrtausenden Belastung ist. Dieser Prozess ist natürlich nicht so einfach. Deshalb mache ich den Menschen in meinen Seminaren bereits am Anfang deutlich, dass es um sehr ernsthafte innere Arbeit geht. Wir können nur in die Liebe kommen wenn wir bereit sind, unsere tiefen Schatten anzuschauen, dort wo wir Angst haben. Wir haben Angst wegen der Verletzungen, die noch in uns stecken. Dort wo wir Angst haben hinzuschauen und hinzufühlen, darauf liegt der Fokus in meiner Arbeit.
Die Menschen merken dann, dass durch die Körperarbeit und die Leichtigkeit der Musik ein Lösen von tiefen Verletzungen erfolgen kann und dadurch viele Kanäle der Kraft geöffnet werden können.
S: Haben Sie einen Wunsch für die Gegenwart oder für die Zukunft?
Es ist so ein großes kreatives Potential in uns Menschen angelegt, um großartige Dinge zu verwirklichen in dieser Welt. Respekt für die Natur und für die Erde, das ist mein größter Wunsch, dazu braucht es viel Heilung. Immer mehr Menschen sollen erkennen, dass wir miteinander unterwegs sein können, wenn wir uns nach unserem Herzen ausrichten und öffnen und unsere Verletzungen verarbeiten. Erfüllung zu erleben, erfüllt zu sein im Miteinander.








